Geschichte des Guts

Um 1860 setzte Otto von Manteuffel nach seinem Ausscheiden als Minister von Preussen gegenüber einer alten Feldsteinkirche auf dem Gelände eines Ritterguts den Grundstein für das „kleine Schlösschen”. In seiner wechselvollen Geschichte durfte es so ungefähr alles einmal sein: Kaserne, Kindergarten, Bürgermeisteramt, LPG, Lazarett, Club, Schule und noch einiges mehr…. Und auch heute ist dies immer noch ein offener und wandelbarer, ein energetischer und atmosphärisch dichter Ort, an dem man in Gemeinschaft sein und arbeiten kann.

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Um 1860 wurde das Rittergut in Drahnsdorf von den Manteuffels erworben und an dessen Stelle das Gutshaus mit Stallungen gebaut. Der Ort wurde zum Ausgangspunkt einer erfolgreichen landwirtschaftlichen Erschließung der Region.

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Otto Theodor von Manteuffel war von 1852 an Ministerpräsident, zeitweilig auch Außenminister. Er stand später im Schatten von Bismarck, der zu Beratungen schon mal auf das Land zum Gut raus gekommen sein soll. Wahrsheinlich haben alle drei Manteuffels zu unterschiedlichen Zeiten im Gut Drahnsdorf gelebt.

Otto Theodor von Manteuffel (1805-1882)

Otto Gottlob von Manteuffel (1844-1913)

Karl Otto von Manteuffel (1806-1879)

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Später, als die Mantueffel zwei weitere und größere Schlösser in Krossen und Falkenhain besaßen, wurde für das Gut ein Verwalter eingesetzt.

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Das Gut in den zwanziger Jahren

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Das Gut in den dreissiger Jahren

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Gut als Lazarett genutzt. Später war es Bürgermeisteramt, Schule und Kindergarten... In den seitlichen und oberen Gebäudeteilen haben Familien gewohnt. Die diversen Stallungen wurden von der LPG „Einigkeit“ bewirtschaftet.

Es war wahrscheinlich um 1980, da wurde die Fassade zerstört. Aus Materialmangel, aber sicher auch aus politischen Gründen.

2017 war es endlich so weit. Wir haben begonnen die alte Fassade wieder herzustellen.

Die neue alte Backseinfassade mit Holzfenstern, November 2017


Bedeutung historisches Gutshaus Drahnsdorf- Lothar Treder-Schmidt

Das Herrenhaus Drahnsdorf dokumentiert zusammen mit der großen in derselben Achse stehenden Stallanlage als bedeutendster erhaltener Teil der einstigen Gutsanlage Ortsgeschichte. Die Gutswirtschaft hat die wirtschaftliche, soziale und bauliche Entwicklung des Dorfes über Jahrhunderte entscheidend geprägt (vgl. Houwald: Die Niederlausitzer Rittergüter und ihre Besitzer. Bd. 5. Kreis Luckau. Neustadt an der Aisch 1996, S, 57 – 76), im Falle von Drahnsdorf sogar in der Gestalt von 3 Rittergütern

Der Neubau des Gutshauses im 19. Jahrhundert in der typischen Formensprache der Zeit wie auch den zeittypischen Baumaterialien ist ein Zeugnis dergesellschaftlichen Veränderungen jenes Jahrhunderts, in dem es mit Bauernbefreiung und der Agrar- und industrieller Revolution zum Ruin vieler kleinerer Güter kam.

Einflussreich wurde auch der Eisenbahnbau, der – wie später die Industrialisierung nach Berlin hin – die vormals billigen Landarbeiter zum Eisenbahnbau abzog. So wurden schließlich die drei Drahnsdorfer Anteile jeweils eigener Rittergutsqualität bis Mitte des Jahrhunderts zu einem Rittergut von beachtlicher Größe (~ 2500 Morgen) zusammengefasst.  Dem erhaltenen Gutshausbau und dem anschließenden Stall kommen von Substanz und Erscheinungsbild daher eine orts- und sozialgeschichtliche Aussagekraft zu.

Das Gebäude stellt zugleich in seiner inneren und äußeren Gestalt ein charakteristisches Beispiel für einen regionaltypischen Gutshausbau der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Es ist nach den Ausführungen oben nicht überraschend, dass sich Bahnhofsbauten der Zeit und das Drahnsdorfer Gutshaus der gleichen -fortschrittlich aufgefassten – Formensprache bedienen. Bauherren waren eine Gutsbesitzerfamilie, die sowohl ökonomisch in der Landwirtschaft wie auch zugleich gesellschaftlich-politisch hoch aktiv und erfolgreich war. Die Gutsbesitzerfamilie Manteuffel war nicht nur in der Region politisch führend als Landräte, sondern auch in der preußischen Politik als Minister.

Dem Gebäude kommt mit seinem historischen Bestand innen und außen, in Kubatur, Fassade und innerem Raumprogramm  –  verstärkt durch die jetzt bereits vorgenommenen oder geplanten weiteren Annäherungen/Rekonstruktionen/Freilegungen an die Ursprungsgestalt – eine hohe bau- und sozialgeschichtliche Bedeutung zu. Es ist Dokument der (eher bescheidenen) Repräsentationsvorstellungen und des Lebenszuschnitts des führenden preußischen Landadels in der Niederlausitz.

2018-05-17T20:15:55+00:00

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