Inipi-Schwitzhüttenzeremonie am 13. August

Unser Leben ist in vielen Bereichen in ein Ungleichgewicht geraten. Nicht nur, die äußeren Umstände, wie bspw. das globale Ökosystem, sondern auch, was unser ganz eigenes, inneres Leben anbelangt. Wir sind oft schnell, und haben Schwierigkeiten langsam zu werden. Wir sind viel im Außen beschäftigt, und finden weder Raum noch Zeit, um nach Innen zu gehen. Wir sind gestern und morgen, und viel zu selten hier und jetzt. Dabei kann ein Inne-Halten, ein Sich-Zurückbesinnen auf sich selbst, die eigene Natur, eine wahre Kraftquelle sein. Eine Gelegenheit, einmal ganz abzuschalten, loszulassen, einfach zu fühlen, hilft, uns mit uns selbst zu verbinden, und mit allem was ist. Einen möglichen Rahmen für eine solche Gelegenheit bietet die Inipi-/Schwitzhüttenzeremonie, ein in vielen indigenen Völkern bekanntes und über viele Generationen erhaltenes und weitergegebenes Reinigungsritual.

„Ich schaue in das knisternde Feuer. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Je länger ich die tanzenden Flammen beobachte, umso mehr lösen sie sich auf. Wie kleine Feuerfunken die in den sternenklaren Nachthimmel sprühen. Es dauert nicht mehr lang bis die Steine heiß sind und wir in die Hütte gehen. Die Schwitzhütte ist ein kuppelförmiges Geflecht aus Weidenruten. Zusammen haben wir sie vor dem Anzünden des Feuers mit Wolldecken abgedeckt. Mit einer Short bekleidet und einem Handtuch in der Hand krabbel ich durch den Eingang in das Innere. Wir sitzen im Kreis dicht beieinander. Der Feuerhüter bringt die heißen Steine in das Zentrum der Hütte. Es folgt ein Eimer mit Wasser, bevor wir die Tür schließen. Es ist stockdunkel. Nur die glühenden Steine geben ein schemenhaftes Licht ab. In der Dunkelheit verliere ich so langsam das Gefühl für den Raum. Der Klang der Trommel dringt in mein Herz. Es ist als gäbe es keine Distanz zwischen mir und ihrem Klang. Das Wasser wird über die Steine gegossen. Dampf steigt auf und es wird noch heißer. Ich lege meinen Kopf in das kühlere Gras.
Wie lange bin ich schon hier und wie lange geht es noch? Mehr und mehr verliere ich das Gefühl für die Zeit. Kann ich gänzlich loslassen von meinen Gedanken, loslassen von Raum und Zeit? Die Situation ist neu und ungewöhnlich für mich, aber ich spüre keine Angst. Das Wissen, dass ich die Hütte jederzeit verlassen kann gibt mir Sicherheit. Jetzt kann ich mich meinen Gefühlen hingeben. Die Gebete berühren mich tief. Woher kommt plötzlich diese Vertrautheit zu Menschen, die mir gerade noch fremd schienen? „Mitakuye Oyasin“ – „wir sind alle miteinander

verwandt“ wird ein Stück weit fühlbar. Die Hitze, die Dunkelheit und die Stille führen mich an meine Grenzen, innerlich und äußerlich. Doch genau im richtigen Moment, als die Stimmung fast etwas niedergedrückt wirkt, macht der Schwitzhüttenleiter einen Scherz. Alle lachen miteinander. Freude und Leichtigkeit geben Kraft für die letzte Zeremonierunde. Ich
krieche aus der Hütte, atme die kühle Luft und genieße die Wärme des Feuers. Für die Indianer ist die Inipi („to live again“) „wakan“ – geheimnisvoll, heilig. Wenn Du mich fragst, ob ich es Dir erklären kann: Ich kann es nicht. Aber Du kannst es erleben :-)“

Infos zur Teilnahme an der Schwitzhüttenzeremonie:

Für die Schwitzhütten werden benötigt:
− eine Unterlage (am besten eine kleine Isomatte, auch ein Handtuch ist möglich)
− Je ein Handtuch für in der Hütte, zum abtrocknen nach der Schwitzhütte und/oder nach dem Duschen
− Leichte Baumwollbekleidung für die Hütte (Kleid / T-Shirt und Short)
− Empfehlenswert und praktisch: ein Bademantel für danach besonders in der kalten Jahreszeit.
− Tabak lose ohne Zusatzstoffe, Naturfaden und Baumwollstoffe in den Farben Weiß / Gelb / Rot / Schwarz / Blau / Grün.
(Hieraus werden kleine Tabakbeutelchen geknüpft, die später ins Feuer gegeben werden.)

− Ein Geschenk für den Feuerhüter. Der Feuerhüter bringt die Steine vom Feuer in die Hütte. Es ist Tradition, dass er von den Teilnehmern
für diese Arbeit ein kleines Geschenk überreicht bekommt. Das kann ein kleiner Stein, eine Feder oder ähnliches sein.
Auch ein Päckchen Tabak ist immer richtig.

Die Teilnehmer beteiligen sich an den Kosten für Feuerholz, Decken, Transport etc. (Der energetische Ausgleich beträgt üblicherweise 80€ pro Person.) Wer den energetischen Ausgleich zur Zeit nicht aufbringen kann, aber dennoch teilnehmen möchte, bitte melden.

Alle Teilnehmer werden gebeten vor der Inipi keine Drogen und kein Alkohol zu sich zu nehmen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung! Bei akuten Gesundheitsmängeln bitte vorher SchwitzhüttenleiterIn befragen. Die Schwitzhütte ist keine Therapie im heilkundlichen Sinne. Der Teilnehmer ist vor, während und nach der Teilnahme selbst für sich verantwortlich. Der Teilnehmer bestätigt mit der Anmeldung, daß er sich geistig und körperlich gesund fühlt und an der Schwitzhütte teilnehmen kann. Der Teilnehmer stellt die Veranstalter und Leiter frei von jeglicher Haftung. Jeder Teilnehmer bringt möglichst eine Kleinigkeit zum Essen für danach mit. Nach der Schwitzhütte werden wir gemeinsam das Zeremonie-Essen zu uns nehmen.

Text: Jirka, Delia.

Schwitzhüttenzeremonien finden bei uns in unterschiedlichen Abständen statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für weitere Information und Anmeldung kann man sich an Delia Gröninger wenden:  030-48820235, delia@daseinsfreu.de, Website:  www.daseinsfreu.de

Die nächste Schwitzhütte findet am 27.02.2016 statt. Anmeldungen noch möglich.

Logo: Daseinsfreu.de

 

2018-01-21T09:03:35+00:00

Neueste Beiträge