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Campus für schöpferisches Handeln ev.

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01. Zum Begriff des Schöpferischen Handelns

Schöpferisches Handeln ist für uns die passenste Formulierung für eine bestimmte Schwerpunktsetzung im Bereich Kreativität. Wir orientieren uns weniger an instrumenteller Kreativität, also an einer solchen, die immer konkret zweckgebunden ist, sondern mehr an dem, was (zum Beispiel) Maslow als „primäre Kreativität“ bezeichnet. Eine Gestaltungskraft, die wir alle besitzen und die zu leben, dass Leben erst lebendig macht. Diese steht keinesfalls im Wiederspruch zu den Möglichkeiten ihrer zweckgebundenen Ausrichtung, sondern ist eher eine Bedingung, damit das Ergebnis eines kreativen Schaffensprozesses sinnvoll bleibt. Denn wie wir alle wissen, sind viele „Innovationen” im Grunde nutzlos, weil sie nicht wirklich nutzen, sondern sich nur verkaufen wollen.

Dieser Auffassung hat eine lange Vorgeschichte und innerhalb dieser Vorgeschichte ist für uns ein besonders interessanter, zeitgeschichtlicher Ort der deutsche Idealismus und die deutsche Romantik. Vielleicht fing es mit Fichte an, der in dem Schöpferischen überhaupt ein konstitutives Moment des Selbst sah und damit in der Folge das schaffende Künstlertum der Romantik inspirierte. Oder war es Schelling, der sehr ähnlich dachte und fühlte. Oder waren es Kant, Hegel und Schiller, die im Spielerischen„im freien Spiel der Erkenntniskräfte” (Kant),  ein wesentliches Merkmal des Menschlichen überhaupt erkannten? „Denn der „Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur ganz Mensch, wo er spielt” (Schiller). Heute nennt man das „Gamifikation“. Jedoch ist der ganz Kontext, in dem damals die menschliche Schöpfungskraft gedacht wurde, hinter dem modernen, (liberalen) Vorstellungsbild einer Ertüchtigung des Betriebsystems Mensch/Gesellschaft durch Gamifikation als motivationssteigernde Maßnahme verloren gegangen.

Denn es ging in den idealistischen Konzepten immer auch um ein gesellschaftliches und humanes Ganzes und um die Frage: In welcher Kulturgesellschaft man eigentlich leben möchte?

Mit der Idee einer Ganzheit war aber noch mehr, war auch die Einbindung des gesellschaftlichen Ganzen in einen Gesamtzusammenhang von beseelter Natur, Geist oder „Schöpfung” gemeint. Deswegen meint der Begriff des „Schöpferischen“ in diesem Sinne auch immer aus dem Ganzen „schöpfend“.

Und weil diese schöpferische Kreativität zugleich auf den ganzen Menschen in seiner schaffenden Selbstgestaltung abzielte, weil auch das Handeln selbst  grundsätzlich als ein (absichtsloser) Schaffens-akt verstanden und wahrgenommen werden kann, sprechen wir von Schöpferischem Handeln.

02. Zur Aktualität von schöpferischem Handeln

Schöpferisches Handeln war nie aktueller:

Moderne Technologien ermöglichen es uns, uns besser denn je zu organisieren und in kleineren Gemeinschaften vieles selbst zu produzieren. Wir sind durch die Digitalität gegangen, das Wissen der Welt steht uns zur Verfügung, wir haben gelernt uns selbst miteinander zu vernetzen und wir haben erlebt, wie tiefgreifend moderne Technologien auch konkrete und materielle Lebensprozesse verändern können.

Moderne Methoden ermächtigen uns vor allem pragmatisch, effektiv und zielführend im Team und unabhängig von staatlichen Insitutionen Probleme zu lösen. Und es gibt heute auch Methoden, die es uns ermöglichen mit der Schöpfung selbst wieder in eine engere und tiefere Verbindung einzutreten, die uns wieder aus „dem Sein” heraus gestalten und schaffen lassen und die neben Nachhaltigkeit auch zu einer besseren, fühlbaren „ontologischen Qualität” im Ergebnis  beitragen können – denn wir sind nicht nur „Nutzer, Verbraucher und Konsumenten”.

Durch diese produktiven Mittel und Methoden unterscheiden wir uns wiederum fundamental von den Bewegungen, die uns vor zirka zweihundert Jahren zu einem Land von Dichtern und Denkern gemacht haben, was ja immer auch als ein Makel verstanden wurde und wodurch die Errungenschaften des Idealismus und der Romantik in Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit negativ konnotiert wurden.

03. Schöpfung als Feld, Campus für schöpferisches Handeln

Mit des Idee des Schöpferischen und eines schöpferischen Umfeldes  ist in unserem Verein auch die Vorstellung verbunden, dass alle schaffende Tätigkeit immer aus einem solchen Feld heraus geschieht, welches wir selber zu großen Teilen mitgestalten können und welches inspirierend auf unserer schöpferisches Handeln zurückwirken kann. Diese „Feldarbeit” geschieht praktisch wie auch reflektierend. Dazu ein Auszug aus dem Satzungstext:Gemeinsame Feldarbeit”:

Ein zentrales Thema unserer Arbeit und innerhalb des Campus für Schöpferisches Handeln ist das „Feld”.  Es gibt energetische Felder, Atmosphären und Räume, die unserem Leben und Zusammenleben eine neue Qualität geben. Fragen, die uns leiten sind:  Wie lassen sich in diese Felder Natur, Kultur, Gemeinschaft  erlebbar einbinden?  Wie lässt sich durch Feldgestaltung der schöpferischen Selbstausdruck eines jeden Individuums stärken? Wie können wir schöpferische Gemeinschaftsarbeit und ganzheitliche Bewusstheit in diesem Feld dafür nutzen, um Antworten auf dringliche soziale, ökologische und ökonomische Fragen finden? Das Feld ist ein gemeinsam empfundener Bewusstseinsraum, ein kollektives Einheitsfeld, welches Lösungen zulässt, die durch konditioniertes und isoliertes Denken, aber auch durch bestimmte Kreativitätstechniken allein nicht möglich sind. Wenn ihr mehr über unseren Verein, Ideen und Mitgliedschaft wissen wollt:

www. SchöpferischesHandeln.de

2018-04-16T21:19:05+00:00

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